Das Geschenk

24. Mai 2011

Post image for Das Geschenk

Mein Vorschlag ist folgender: Ändere die Welt – zum Beispiel mit einer Tasse Tee.

Aha? Wie das?

Werde dir einfach gewahr, wo du jetzt in diesem Moment bist. In deinem Körper, deinem Herz, deinem Leben. Ich nehme mal an, dass du Träume hast. Träume, die Du gerne verwirklicht sehen möchtest. Herausforderungen, denen du dich stellen musst. Irgendwo, in deinem Kopf oder auf Papier, gibt es eine Liste mit Projekten, mit denen du jonglierst. Einige dieser Projekte sind schon alt und etwas „abgestanden“, schal geworden; andere sind noch ganz frisch und vielleicht irgendwie dringend.

Für dich, der du das jetzt nicht liest, wenn du nicht das bekommst, was du dir in deinem Leben wünschst, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, etwas anders zu machen. Breche aus dem alten Trott aus. Halte einfach inne, wache auf und verändere (dich). Und wenn du zu denen gehörst, die das lesen, dann bist du es möglicherweise gewohnt zu bekommen, was du wirklich willst. Dann fahre einfach so fort, und die Chancen stehen nicht schlecht, dass du früher oder später das bekommst, wovon du träumst und dass sich deine aktuellen Herausforderungen in Wohlgefallen auflösen. Doch was dann?

Wenn du „es“ geschafft hast – wirst du dann mehr Geld haben? Ein größeres Haus? Flachere Bauchmuskeln? Mehr Freunde? Glücklichere Kinder? Einen Partner, der dich mehr liebt? Mehr Freizeit? Mehr Freude?

Jetzt stelle dir einfach mal für einen Moment vor, dass alles bereits jetzt perfekt ist, so wie es ist.

Stell Dir vor, dass ein Wunder geschehen ist und all deine Träume sind wahr geworden und all deine Probleme sind gelöst. Du bist angekommen. Halte jetzt einen Moment inne. Schau dich um. Fühle deinen Körper. Horche.

Atme ein.

Und dann aus.

Wenn du alles erreicht hast und alle Probleme verschwunden sind, wo wirst du dann sein?

Nun – Du wirst hier sein! – Jetzt! – Natürlich hat die Zukunft noch nicht stattgefunden. Und das bedeutet – all deine Sorgen und „waswärewenns“ sind nichts als Illusionen. Erfunden… Erdacht… Projektionen… Nicht existent.
Morgen wird immer morgen sein. Und die Vergangenheit vergangen. Gestern ist für immer vorbei. Was es auch immer war – gut, schlecht, bedeutungslos – es ist vorbei und kehrt nie mehr wieder. KEHRT NIE MEHR WIEDER.

Alles, was wir haben, ist jetzt. – Dieser A U G E N B L I C K.

Das ist das eigentliche Geschenk des Lebens.

Wenn du es schaffst von Zeit zu Zeit innezuhalten und eben diesen Augenblick, in seine ganzen Fülle mit all deinen Sinnen aufzunehmen, kannst du dich dem ursprünglichen Glücksgefühl zu leben nicht entziehen.

Für mich ist z.B. die Tasse Tee am Nachmittag eine Erinnerung daran. Das Ritual der Zubereitung, des Einschenkens und Trinkens erinnert mich daran, herunter zu kommen, zu verlangsamen, inne zu halten und es diesem Augenblick zu erlauben mein Bewusstsein völlig zu fluten. Das klappern des Teegeschirrs. Die Wärme der Tasse. Sich nach oben kräuselnder Dampf…

Das ist es. Diese eine Tasse. Dieser eine Moment. Mein Leben.

Share
E-Mail E-Mail   drucken drucken    

{ 4 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Christine Hahn Mai 26, 2011 um 16:55 Uhr

Lieber Gerhard,

schön, mal wieder einen Blogeintrag von Dir zu lesen! So langsam hab ich’s vermisst!

Deine Zeilen haben mich zum Schmunzeln gebracht, bzw. mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin (heute mit einer Tasse seeehr süßen Kakao). Denn ich konnte feststellen, dass ich im hier und jetzt angekommen bin, mitten drin stehe und sehr glücklich bin. Aber noch schöner, zwischendran auch erinnert zu werden!!

Freu mich drauf, nun vielleicht wieder etwas mehr von Dir zu lesen zu bekommen!

Viele Grüße
Christine

Antworten

Andrea Buschauer Mai 25, 2011 um 10:26 Uhr

Lieber Gerhard,

diese Anregung werde ich mir zu Herzen nehmen und in meinem Alltag leben. Den Tee tausche ich in eine Tasse Kaffee. Falls du mit meinem neuen Namen nichts anfangen kannst, ich war noch als Andea Mychajluk im offbox Seminar.

Liebe Grüße und bis bald
Andrea

Antworten

Gerhard L. Düwer Mai 26, 2011 um 11:52 Uhr

Also ist daraus eine Heirat geworden! Dann wünsche ich euch, dass ihr möglichst viel gute Zeit miteinander verbringen könnt.

Antworten

JSchirra Mai 25, 2011 um 08:26 Uhr

Hallo Gerhard,

Dinge gibt es… Ich dachte gerade an unser letztes Telefonat und daran, dass Du den Blog wieder aufleben lassen wolltest. In den letzten Wochen hatte ich zwei oder drei Mal nachgesehen, aber es hatte sich noch nichts getan. Als ich jetzt spontan wieder daran dachte „ich könnte doch mal wieder…“, da war es überraschenderweise geschehen: Ein neuer Eintrag von Dir war zu sehen.

Und siehe da, die Botschaft, die in Deinem Eintrag vermittelst, könnte mir tatsächlich bei der Bewältigung einer ziemlichen Enttäuschung helfen, die ich in den letzten 12 Monaten erlebt habe. Ich habe in den letzten Wochen/Monaten – während ich in Gedanken mit dem Erlebten immer noch haderte – in der Tat vergessen, dass ich weder die Vergangenheit, noch die Zukunft ändern kann, sondern ausschließlich das Hier und Jetzt – und mit letzterem kann ich möglicherweise auch die Grundlage dafür legen, dass sich die Zukunft vielleicht in anderer Art und Weise entwickelt, als wenn ich weiterhin der Vergangenheit hinterher laufe.

Im Prinzip eine einfache Botschaft, die man aber allzu gerne vergisst. Du hast es wieder mal geschafft, die wesentliche Kernaussage, die Philip Zimbardo und James Boyd in ihrem Buch „Die (neue) Psychologie der Zeit“ auf knapp 424 Seiten in epischer Breite darlegen, in nicht mehr als einer halben Seite auf einfache Art und Weise zu erläutern – bzw. mich daran zu erinnern, was ich eigentlich auch vorher schon wußte, jedoch offensichtlich vergessen hatte
.
Danke dafür – Du alter ZEN Meister ;-).

Herzliche Grüße,

JS

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Previous post:

Next post: