Einige werden es vielleicht schon gemerkt haben: Ich bin im Moment dabei sozusagen “ein neues Fass aufzumachen” – rund um das Thema Sport, Ernährung, Lebensführung. Schließlich heißt der Untertitel dieses Blogs ja “bewusster leben, führen, leisten”. Und ich hatte mich schon seit längerer Zeit gefragt, wie ich das Thema leben und leisten mit etwas mehr Leben füllen kann.
Nun, werden einige sagen, was weiß der den über Ernährung und Fitness. Ich kann darauf eine plausible Antwort geben: Ich bin 54. – Reicht nicht? – Na dann – in meinem Alter sind Defizite bezüglich E & F unmittelbarer, fühlbarer.
Es fing damit an, dass ich seit ein paar Jahren eine Lesebrille brauche und kürzlich hat ein Augenarzt mir die ersten Anzeichen eines grauen Stars diagnostiziert. Nicht, dass das meine Sehkraft schon beeinträchtigen würde, die liegt im Fernbereich immer noch bei um die 100%. Aber ein Augenarzt kann es sehen. – Was mich eher erschütterte, war der Ausdruck “altersgemäß”, den der Arzt gebrauchte. – Welche Auswirkungen die Ernährung und sportliche Betätigung auf das Augenlicht haben ist meiner Meinung nach immer noch zu wenig erforscht, aber es ist ja nicht nur das Augenlicht. Vor zwei Jahren wurde mir eine Fettleber diagnostiziert – igitt. Ich stellte fest, dass trotz (na ja, mäßiger) sportlicher Betätigung, mein Körpergewicht langsam aber stetig anstieg. Ich stellte weiter fest, dass meine Blutzuckerwerte ebenso langsam, wie stetig stiegen. Immer noch im grünen Bereich, aber sie stiegen. Und was sagte mein Arzt dazu: Ja, Herr Düwer, kein Grund zur Beunruhigung, das ist alles altersgemäß…schon wieder! Und das obwohl er weiß, dass in meiner Familie Diabetes Typ 2 häufig vorkommt. Das kann man doch nur folgendermaßen verstehen
=> Aufforderung zu kollektivem sich fügen in das Unvermeidliche!
Unvermeidlich? - Die Abnahme der Knochendichte in der unteren Wirbelsäule und den Oberschenkeln, war dann nicht mehr so altersgemäß. Übrigens hab ich inzwischen einen anderen Hausarzt! Seit dieser Zeit habe ich mich mit dem Einfluss von Lebensführung und Ernährung auf Gesundheit und Lebenserwartung intensiver befasst und ich denke, dass ich heute etwas dazu beitragen kann, das es wert ist, gelesen zu werden.
Was mir bei meinen Studien immer wieder auffiel ist, dass fast alle Ratschläge, Ernährungs- und Trainingspläne, einen gemeinsamen Fehler haben.
Man braucht dazu PLÄNE!
Nicht, dass es schlecht wäre einen Plan zu haben, aber wenn man Pläne dazu braucht (zum Teil recht komplexe), dann braucht man auch ZEIT… und DISZIPLIN!
Das ist meines Erachtens der Hauptgrund dafür, warum diese Rezepte selten auf Dauer funktionieren und ihre Resultate meist bedauernswert und schlussendlich entmutigend sind. Ein Indiz für die Richtigkeit dieser Behauptung ist, dass trotz der Flut von Ernährungs- und Fitnessratgebern, der zweihundertxundzigsten Brigitte Diät, der Zunahme der “Health Food”- Angebote in Restaurants und sogar Fastfoodketten, die Menschen in unserem Teil der Welt immer dicker und dicker werden.
Ich weiß nicht, ob das was ich jetzt sage zu 100% stringent ist. Aber irgend etwas an den gängigen Lehrmeinungen muss da doch fundamental falsch sein.
Blitzlicht: Es gibt auch heute noch Menschen auf der Welt, die ausgesprochen gesund sind, rank und schlank, zum Teil athletische Körper haben und völlig ohne die “Segnungen” unserer “Zivilisation” auskommen müssen. Naturvölker, wie z.B. die San, Hadza, Boni. Diese Menschen rennen übrigens auch nicht wie bekloppt durch die Gegend, um diese Gesundheit zu erhalten. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Sie ernähren sich relativ kohlehydratarm (und bewegen sich natürlich mehr als wir!).
Die gute Nachricht ist, es gibt auch bei uns da draußen inzwischen eine ganze Menge Ernährungs- und Lifestyleprogramme, die tendenziell in die richtige Richtung weisen: Slow food, Atkins-, South Beach-, Glyx-, LOGI-, Paleo-Diät, Schlank im Schlaf, um nur einige zu nennen. Man kann sie im Wesentlichen in 2 Gruppen teilen:
1) Sie sind zu ausschließlich – wie Paleo z.B. – da macht Essen nicht mehr wirklich Spaß und wenn man nicht ständig unter Gleichgesinnten lebt, schwierig durchzuhalten.
2) Nicht konsequent genug, viele Ausnahmen, abwiegen von Zutaten, hantieren mit Nährwerttabellen… und daher auch schwierig dauerhaft durchzuhalten.
Eine gute Strategie für Ernährung und Bewegung zeichnet sich meiner Meinung nach dadurch aus
- dass sie einfach ist, dass sie nicht zu verkopft ist
- man wenig Vorbereitung dazu braucht
- sie wenig Denkarbeit und zusätzlichen Aufwand erfordert
- flexibel ist und sich dadurch problemlos ins tägliche, individuelle Leben integrieren lässt und last but not least
- natürlich ihren Zweck erfüllt.
Dazu ist es zunächst einmal notwendig zu definieren, was dieser Zweck denn sein soll. Ums kurz zu machen schreibe ich den jetzt einfach mal hin – und ich bin davon überzeugt, dass sie mir bei näherer Betrachtung zustimmen.
Der alleinige Zweck besteht hierin:
Die Voraussetzungen zu schaffen, damit wir unser Leben so lange wie möglich, in vollen Zügen, genießen können und in der Lage sind, unserem Leben nicht nur mehr Tage zu geben, sondern vor allem unseren Tagen mehr Leben zu geben.
Und daher ist das Ziel:
Seine Gesundheit – die körperliche und geistige Unversehrtheit und Leistungsfähigkeit – möglichst optimal, möglichst lange zu erhalten, indem man sich vernünftig bewegt und vernünftig ernährt!
Das Ziel ist daher nicht!: zum Marathonläufer zu mutieren, Ironman oder Bodybuilder zu werden… oder eine andere Form von leistungsfixierter Spezialisierung. Das sind alles Sachen, die auf die Dauer nicht den Zweck erfüllen! Wer’s nicht glaubt, beschäftige sich mal mit der Forschung.
Um das, was ich gerade beschrieben habe ins Werk zu setzen, muss man genau genommen eigentlich nur zwei Regeln dauerhaft befolgen:
1. die ideale menschliche Nahrung besteht ausschließlich aus vollwertigen, unverarbeiteten Nahrungsmitteln – Fleisch, Fisch, Geflügel, Pflanzen, Früchte und Nüsse. Was immer du erlegen, pflücken, ausgraben und (theoretisch) auf der Stelle verzehren kannst. Das ist das, was deine prähistorischen Vorfahren während einiger Millionen! von Jahren aßen (Ackerbau gibt es erst seit ca. 10 000 Jahren) und für dessen Konsum dein Körper entworfen wurde. (Anm. “unverarbeitet” bedeutet nicht, dass sie in Zukunft alles roh verzehren müssten, keine Sorge
)
2. der gleichen Philosophie folgend, besteht die ideale körperliche Betätigung aus natürlichen, ganzkörperlichen Bewegungen – schwere Sachen heben und stemmen, sprinten, laufen, gehen, kriechen, schwimmen, wandern und klettern. So haben sich deine Vorfahren bewegt und das ist die Art von Bewegungen, für die dein Körper entworfen und optimiert wurde.
Um dieses Thema herum sind bereits zwei Artikel erschienen:
Eine einfache Anleitung zu optimaler Gesundheit und Fitness
Falls sie die noch nicht gelesen haben, dann sollten sie es jetzt tun. Aber für die unter Euch, die zu faul zum Nachlesen sind, hier noch mal, was es dabei zu gewinnen gibt. Die Resultate dieser einfachen Regeln sind zahllos und unmittelbar:
- Das Gewicht schmilzt dahin, wenn sie welches zu verlieren haben oder ihre Muskulatur legt zu, wenn sie noch etwas davon vertragen können. (… weil die meisten Fetten primär nicht fett sind, weil sie zu viel Fett essen, sondern weil sie enorme Mengen an Zucker und Kohlehydraten, in Verbindung mit Fett, zu sich nehmen!)
- Ihre Geschmacksknospen werden resetted. Reiner Zucker schmeckt unangenehm; verarbeitetes, industrielles Öl schmeckt künstlich
- Sie merken, dass sie kein Getreide, Brot, Bohnen, Nudeln oder Kartoffeln brauchen, um sich satt zu fühlen.
- Sie lechzen nach richtiger Nahrung und stellen fest, dass diese Nahrung gut schmeckt, besser als alles, was man sonst an Fertignahrung kaufen kann oder im Fast-Food-Restaurant findet.
- Hunger diktiert ihnen nicht mehr alle paar Stunden zu essen.
- Sie können wieder alle die leckeren gesättigten Fette, wie Gänseschmalz, Butter, durchwachsene Steaks, Hühnchen mit der knusprigen Haut, Speck zum Ei essen und ihre Blutfett- und Cholesterinwerte werden trotzden gut aussehen.
- Sie gewinnen an Kraft und Schnellkraft, sicher, aber sie lernen auch wieder sich zu bewegen. Sie gewinnen verlorene Beweglichkeit zurück.
- Sie werde seltener krank, da ihr Immunsystem nun effektiver funktioniert.
- Sie haben Spaß an natürlicher Bewegung und fühlen sich wohler in ihrer Haut.
- Essen und sich bewegen gewinnen eine intuitive Qualität, fallen leicht und machen Freude.
- Die Welt wird ihr Fitnesscenter. Sie schaffen es nicht zum Studio? Schnappen sie sich einen Steinbrocken und stoßen sie den ein paar Mal, machen sie Klimmzüge und gehen sie dann zum Laufen in den Park. Solange sie eigenes Körpergewicht handhaben können, sind sie stark genug.
- und …und …und .
Wie man das nun umsetzt, werde ich den nächsten Wochen Stück für Stück erläutern. Und an alle, die jetzt noch zweifeln: ich habe die obigen Regeln nach der 80% Methode (auf Perfektion zielen und 80% schaffen ist gut genug) angewandt und im Verlauf von 10 Wochen, 8 Kilo Körperfett abgebaut – wohlgemerkt, ohne zu leiden und mit wachsendem Spaß an der neuen Ernährung.
Zur weiteren Vorgehensweise
Ich könnte jetzt hierzu natürlich noch wochenlang Hintergrundmaterial liefern, um euren Fuzzy (innerer Sicherheitsfanatiker, Schlaumeier und Kritiker) zu besänftigen, aber andererseits glaube ich zu wissen, dass es einige unter euch gibt, die darauf brennen damit zu beginnen. Und daher folgt als nächstes
- ein Leitfaden zum Thema Ernährung, weil sie damit bereits in kurzer Zeit fühlbare, messbare Ergebnisse erzielen und dann
- ein Leitfaden zum Thema körperliche Betätigung, der den Prozess beschleunigt und den Wohlfühlfaktor erhöht.
- eine Gegenüberstellung der “Gängigen Lehrmeinung” und einer mehr “urspünglichen” Sicht der Dinge.
Also, wenn sie diesen Feed noch nicht abonniert haben, dann tun sie es jetzt! Besonders die Herrn, die ihren Waschbärbauch und ihre (von der Liebsten?) lieb gewonnenen “love handles” ohne zu große Anstrengung los werden wollen. Wenn es um so ein kontroverses Thema wie Ernährung geht, gibt es natürlich immer Fragen, und natürlich interessieren mich auch die Erfahrungen derer, die das ausprobieren. Also registriert Euch und nutzt die Kommentarfunktion.
Und – Ehre, wem Ehre gebührt. Der obige Artikel basiert zu einem großen Teil auf den Arbeiten von Mark Sisson Autor von “The Primal Blueprint” und “Mark’s Daily Apple“.
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Es gibt ein ganz besonderes Buch zu dem Thema, mit dem gleichen Titel: “Den Tagen mehr Leben geben”. Es handelt von einem außergewöhnlichen Hospizkoch und seinen sterbenskranken Gästen.
Im Foyer des Hospizes “Leuchtfeuer” hängt der Leitspruch des Hauses: “Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.” Ruprecht Schmidt, früher Küchenchef in einem Nobelrestaurant, hat diese Maxime zutiefst verinnerlicht. Er weiß, dass er das Leben der Sterbenden nicht verlängern kann, aber er kann es lebenswerter machen. Der Hospizkoch erfüllt jeden kulinarischen Wunsch und schenkt seinen Gästen nicht nur Geschmackserlebnisse, sondern auch Erinnerungen an glücklichere Zeiten.
Der Fernsehjournalistin und Autorin Dörte Schipper ist ein bemerkenswert spannendes und überraschendes Buch gelungen über das Sterben – und das Geheimnis eines erfüllten Lebens. Dem Buch vorausgegangen ist eine Fernsehdokumentation in der ARD, für die die Autorin mit dem Erich-Klabunde-Preis ausgezeichnet wurde.
Lebensbejahend wie die Atmosphäre im Hospiz, ist auch das Buch. Es erzählt über einen außergewöhnlichen Koch und die Lebensgeschichten seiner Gäste.
Das Buch, herausgegeben im Februar 2010, ist im Buchhandel sowie Internet erhältlich:
Autor: Dörte Schipper
Bastei Lübbe Verlag
DEN TAGEN MEHR LEBEN GEBEN
Vorwort von Udo Lindenberg
ISBN 978-3-7857-2385-2
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