Identität, Authentizität, Identifikation, Commitment

13. September 2010

Veränderung braucht Identität

… damit sie die richtige Richtung nehmen kann. Nur das Wissen, um die eigene Identität kann uns Aufschluss darüber geben, was für uns gut ist und welche Veränderung für uns Sinn macht. Nur mit diesem Wissen sind wir in der Lage, das, was uns widerfährt, in eine für uns förderliche Richtung zu beeinflussen. Dazu ist es wichtig, dass wir unsere ureigensten Interessen kennen. Dass es nun doch häufig so ist, dass wir mit viel Energie hinter etwas herjagen, was uns in die falsche Richtung führt, liegt unter anderem daran, das wir nicht wirklich wissen, was wir brauchen. Und das wiederum hat etwas damit zu tun, dass wir nicht wirklich mit unserer eigenen Identität, unseren Überzeugungen, unseren Werten und Prinzipien auf Du und Du sind. Dumm nur dieses Kennen, dieses Wissen selten von alleine kommt. Jeder hat natürlich eine Identität, aber die Wenigsten von uns machen sich Gedanken darüber, was sie ausmacht, noch geben sie sich Mühe es herauszufinden.

„Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet, was es ist.” – Viktor Frankl

Wir entscheiden permanent. Jedoch leider nicht immer nach „Faktenlage“. In jeder Schwellensituation – d.h. in einer Situation, in der wir uns mit neuen Umgebungsbedingungen, Rollen und massiven Veränderungen auseinandersetzen müssen – wird die Qualität der Antwort auf die Frage „Was bin ich?“ oder „Wer bin ich?“ eine ganz entscheidende Rolle spielen. Erst, wenn ich eine befriedigende Antwort auf diese Fragen gefunden habe, kann ich mich positionieren, kann kritiklose Anpassung, wirklicher Identifikation weichen.

Genau so verhält sich es auch, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen – auch Karriereentscheidungen. Erst wenn ich weiß, inwieweit die angebotene Rolle oder Perspektive mit meinen Maximen vereinbar ist, weiß ich, ob eine Identifikation damit überhaupt möglich ist. Erst dann kann ich entscheiden, ob ich sie erfolgreich und ohne krankmachende Anpassung ausfüllen kann und mir bei der Arbeit meine Energien in vollen Umfang zur Verfügung stehen. Erst dann bin ich in der Lage meine potentielle Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen und vielleicht noch wichtiger – habe ich die Chance, ohne explizite Anstrengung, authentisch auf Mitarbeiter, Kollegen und Kunden zu wirken.

Commitment – Selbstverpflichtung – ist dann ein Zustand, der sich quasi automatisch einstellt.

Selbst, wenn wir nun unseren Maximen kennen, sind die Philosophien nach denen wir unser Leben gestalten und die daraus resultierenden Verhaltensweisen, nicht immer geeignet unsere (postulierten) Maximen zu befriedigen. Manches (unbewusste) Verhalten ist sogar ausgesprochen kontraproduktiv. Daher ist es so wichtig mit den eigenen Philosophien und den daraus resultierenden Verhaltensweisen in Kontakt zu kommen, Bewusstheit zu erzeugen.

Tun Sie bereits das, was Ihnen wichtig ist?

Schritt 1: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, lehnen Sie sich in Ihrem Bürostuhl zurück und schreiben Sie – ohne auf die Liste zu schauen – ca. 10 Werte auf, die Ihnen persönlich wichtig sind.

Schritt 2: Schauen Sie sich die nachfolgende Liste an und überlegen Sie, welche der hier genannte Werte ebenfalls wichtig und attraktiv für Sie sind. Ergänzen sie Ihre Liste aus Schritt 1 durch diese Werte.

Schritt 3: Reduzieren Sie nun die Anzahl der Werte auf die 10 wichtigsten, entweder durch Streichung oder durch Kombination ähnlicher Werte wie z.B. Integrität/Vertrauen/Zuverlässigkeit.

Schritt 4: Listen Sie die Werte auf nach ihrer Wichtigkeit von 1 bis 10.

Schritt 5: Nun konzentrieren Sie sich auf die 3 wichtigsten und fragen Sie sich, was in Ihrem Leben anders wäre, wenn diese 3 Werte Ihr Leben bestimmen würden.

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