Selbst-verantwortlich handeln

22. April 2020

Wir glauben ja immer, dass wir die Wahl haben, Verantwortung zu übernehmen oder eben nicht. – Genaugenommen, können wir jedoch der Verantwortung nicht entfliehen. Was immer uns im Leben widerfährt, müssen wir letztlich selbst-ver-antworten, anders ausgedrückt, selbst-darauf-antworten, eine Antwort darauf geben.

So gesehen stehen wir immer in der Verantwortung! Wir entscheiden uns jedoch häufig dazu, nicht aktiv zu werden. Machen stattdessen etwas anderes. Kompensieren? Lenken uns ab, schieben auf … Häufig betrifft uns das, was da draußen geschieht ja nicht unmittelbar, hat keine unmittelbar fühlbaren Konsequenzen. Und schließlich müssen wir uns natürlich auch entscheiden, welchen Themen wir Priorität zuweisen.

Wenn es sich jedoch um etwas handelt, was uns direkt betrifft, handeln wir oft ähnlich. Besonders, wenn wir glauben, dass jemand anderes die Hauptverantwortung für dieses Thema hat. Dann bekommt diese „ erantwortungsvermeidung“ eine andere Qualität.

Nehmen wir als Beispiel die Dinge/Sachverhalte, die ihr auf euren „Problemsheets“ als Probleme deklariert habt. Dazu noch mal der Flipchart-Anschrieb aus dem Seminar:

Merke: Es gibt keine physische Verbindung zwischen dem „Auslösenden Ereignis“ A) und den Konsequenzen C), hier dargestellt durch den roten Pfeil. Die Konsequenzen werden ausschließlich in eurer Box produziert – Full Stop.

Und daher ist auch nichts per se ein Problem. Erst durch meine Wahrnehmung und Beurteilung, mache ich es zum Problem für mich – oder auch nicht.

Wenn wir das nicht anerkennen, und uns dazu entscheiden, nicht zu 100% die Verantwortung für die Lösung dieses Problems zu übernehmen (im Rahmen dessen, was wir tun können), machen wir uns selbst genaugenommen zum Opfer. Weil jetzt bleiben wir dieser Sache solange ausgeliefert, bis „jemand anders“, oder die Umstände, die Sache für uns erledigt. Und daraus ergeben sich dann folgende Möglichkeiten:

1) Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Problem

  • Und unternehme alles in meiner Macht stehende, um mein Problem zu lösen – CHANGE IT oder
  • Ich akzeptiere den Umstand, dass dieses Problem nicht lösbar ist und ändere meine Haltung dazu – ACCEPT IT – CHANGE ME oder
  • Nachdem ich, ohne Erfolg, alles versucht habe, um dieses Problem zu lösen, es nach wie vor für mich ein nicht akzeptables Problem bleibt, mit anderen Worten, ich nicht bereit oder in der Lage bin meine Haltung dazu zu ändern, ziehe ich die Konsequenzen und gehe – LEAVE IT.

2) Ich gehe nicht in die Verantwortung und bleibe Opfer der Situation – ich klage, ich leide.

Auch wenn ihr jetzt sagt, das ist mit zu schwarzweiß – genaugenommen sind das die einzigen Möglichkeiten, die ihr habt. Es gibt keine anderen!
Ihr entscheidet! – Aber dafür seid Ihr ja Führungskräfte 😉

Share
E-Mail E-Mail   drucken drucken    

Schreibe einen Kommentar

Previous post: