Kochen – Paleo Style – kurz und bündig

Wie bereits auf der vorhergehenden Seite erwähnt, orientiere ich mich mit meinen Empfehlungen an den Ideen des Primal Blueprint (Mark Sisson) und der Paleo Diet (Loren Cordain). Als ich 2010 damit begann, war das hier in Deutschland noch ein weitgehend unbekanntes Konzept. Inzwischen hat es sich stellenweise schon zu einem regelrechten Hype entwickelt. Es gibt inzwischen zahllose Kochbücher, Speisepläne und auch Trainingspläne, Abnehmprogramme, die unter der Überschrift Paleo/Steinzeiternährung  laufen. Bei alle dem entsteht häufig der Eindruck, dass das alles hoch komplex ist und eine Menge nachdenken und Planung erfordert. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall – sofern man bereit ist einigermaßen konsequent zu sein.

Daher einige Klarstellungen zum Thema Kochen und Ernährung:

Bei dem, was ich hier empfehle, handelt es sich um nichts weniger als eine Nahrungsumstellung. Das heißt, Sie sollten nicht einfach so weiter essen wie bisher. Einer der Vorteile dieser Ernährung ist, dass sie wirklich einfach, lecker und wenig (koch)aufwendig ist.

(Paleo)Kochbücher hingegen vermitteln häufig den Eindruck, dass es kompliziert ist und dass man dazu Anleitung braucht. Das ist nicht so. Es sei denn, man legt an das Kochen die Maßstäbe eines Johan Lafer an. Daher sind Kochbücher größtenteils überflüssig und kontraproduktiv, weil sie eben auch suggerieren, dass man man genauso weiter machen kann wie bisher, nur, dass man halt einige Zutaten durch paleogerechte Ingredienzien ersetzt – Mandelmehl statt Weizenmehl, Kokosblütenzucker statt Zucker, usw. Das ist dann etwa so, wie  der Vegetarier, der dann eben den Veggieburger braucht.

Leute – es gibt keine Paleo Cupcakes! – Wenn ihr übrigens dann doch gerne hin und wieder mal einen Cupcake esst, dann solltet Ihr das ruhig tun, ohne schlechtes Gewissen. Wenn Ihr nicht unter einer ausgeprägten Zöliakie leidet oder sonstwie chronisch krank seid, wird euch das nicht umbringen. Und gelegentliche cheat-days sind meines Erachtens völlig OK. Ich esse auch gelegentlich ’ne Laugenbrezel, oder ein Croissant, wenn ich Frankreich halt zum Frühstück nichts anderes kriege und, Skandal, gelegentlich erlaube ich mir auch mal einen leckeren Brand, Grappa, Rum o.Ä., kein Problem. Allerdings, Cheat-days jede Woche halte ich für problematisch.

Im Durchschnitt nehme ich nicht mehr als ca. 100 g Kohlehydrate zu mir

So koche ich: Ich verzichte auf Getreide, Kuhmilchprodukte und weitgehend auf alle hochkonzentrierten Kohlehydrate.

Zum Frühstück: Eier (Spiegel-, Rühr-, Omelett), Speck, Pilze Paprika, Zwiebeln, Zucchini in unterschiedlichen Zusammensetzungen gebraten in Kokosöl oder Ghee. Manchmal brate ich auch den Broccoli/gr. Spargel vom Abend vorher mit, oder lege vor dem Zusammenklappen etwas Rucola drauf. Kaffee. Tee.

Zur Abwechslung auch mal Beeren, mit geraspelten Nüssen und Kokosmilch… oder einfach einen Avocado wenn’s es schnell gehen muss (Idee von Aline) oder einen Löffel Kokosöl.

Und häufig auch einfach nichts außer einem Kaffee mit Kokosmilch (die cremige Variante). Das reicht bis zum Mittag, wenn keine großen sportlichen Aktivitäten anstehen, vorausgesetzt dein Körper hat sich daran gewöhnt auf seine Depots zuzugreifen.

Mittagessen: Salat mit Blattsalaten, gerne gemischt, auch mit jungem Spinat und Mangold, und dann, was halt da ist: Tomaten, Zucchini, Gurken, Paprika, Fenchel, Erbsenschoten, … etwas Nussiges (Pinienkerne, Walnüsse, Kürbiskerne, …), etwas tierisches Eiweiß (bisschen Hähnchen vom Vorabend, Tunfisch aus der Dose, gekochtes Ei, Krabben, Lachs, …) und getrocknete Beeren (Goji, Cranberries, Berberitzen …) . Als Dressing eine klassische Vinaigrette oder auch einfach nur Zitronensaft mit Olivenöl, Salz und Pfeffer. Und nicht zu vergessen Kräuter, viel davon, was halt da ist. Und von alle dem eine ganze Schlüssel voll! Als Dessert ein Apfel, oder Himbeeren, oder Heidelbeeren oder …

Snack zwischendurch: Handvoll Nüsse, gekochtes Ei.

Abendessen: Gemüse mit tierischem Eiweiß – Gemüse: Broccoli, grüner Spargel, Karotten, grüne Bohnen, Zuckerschoten, Pilze, Grünkohl, Spinat, Blumenkohl, Zwiebeln, Paprika, Zucchini, Auberginen, Fenchel, Lauch, Rübchen, Kürbis, Rosenkohl …  – das Ganze mal gebraten, mal gekocht, mal gedünstet oder blanchiert und gebraten in Zwiebelchen und Knoblauch … Tierisches Eiweiß: Vorzugsweise Rind, Lamm und Wild, gelegentlich auch Schwein, und Geflügel, ca. alle 2 Wochen Leber vom Jungbullen und natürlich Fisch (meist tiefgefroren), zwischendurch auch mal Garnelen, hin und wieder auch Austern und Miesmuscheln.

Uns sonst noch:

Ich habe herausgefunden, dass meine Verdauung resistente Stärken braucht und koche daher regelmäßig einen kleinen Topf Kartoffeln und stelle sie kalt. Daran bediene ich mich dann die Woche über in unregelmäßigen Abständen (unbedingt kalt essen, wegen der resistenten Stärken).

Und ich koche regelmäßig einen großen Topf Rinderbrühe – 3,5 kg Knochen ergeben etwa 10l konzentrierte Brühe, wenn man etwas Suppenfleisch mit kocht.

Und nicht vergessen, wenn’s keinen Spaß mehr macht, ihr darbt und ständig das Gefühl habt, dass Ihr Verzicht leistet müsst, dann macht ihr was falsch.

 

 

 

 

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